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Balkantour 2006Einmal rund um die AdriaZiel der diesjährigen großen Sommerfahrt sollte mal wieder Karma Berchen Ling, unsere tolle Stelle in den griechischen Bergen auf dem Pelepones bei Xylocastro sein. Nachdem das letzte Mal die Anreise mit der Fähre von Venedig nach Patras erfolgte stand diesmal der Landweg auf dem Programm. Leider konnte ich niemanden finden, der Zeit und Lust hatte mich zu begleiten, also bin ich den ersten Teil bis Griechenland allein gefahren. Meine größte Schwierigkeit in der Vorbereitung war, die Entscheidung zu treffen ob ich durch Albanien oder den Kosovo fahren wollte. Auch mein Posting im TA-Forum hat mir die Sache nicht erleichtert, für beide Ziele kamen sowohl Warnungen als auch "ist kein Problem" Meldungen. Also wollte ich erstmal bis nach Dubrovnik und die Entscheidung dann im letzten Moment treffen. Da ich genügend Zeit hatte habe ich auch überlegt einfach beides zu machen, erst Kosovo und dann Albanien oben beim Oridsee rein und runter zur Küste. Los gings wie immer in München, zuerst auf die Autobahn nach Kufstein, dann Pass-Thurn, Felbertauern (mit Schneeregen im August!!!), Plöckenpass, Triest, durch Slowenien nach Kroatien runter an die Küste. Kurz hinter Rijeka bin ich dann nach 526km in Barakac über Nacht gebliegen. In ganz Kroatien war Übernachten und Essen nie ein Problem. Selbst wenn das Dorf noch so klein ist, einer vermietet immer ein Zimmer und ein anderer hat immer einen Grill. So war das Reisen an der neu ausgebauten Küstenstraße ein echter Genuß, Kurven zum Abwinken, blaues Meer, wenig Verkehr, schade nur dass ich allein war. Etwas Schönes ist dann am schönsten, wenn man es teilen kann. Daher sind von der Reise auch nur wenig Bilder entstanden, ich hatte zu wenig Gründe zum Anhalten... Mittagspause kurz nach dem Felbertauernpass, endlich wird das Wetter besser und ich kann mich aufwärmen:
Barrakac, Abendstimmung am kleinen Fischerhafen. Ich habe ein Privatzimmer mit Frühstück für 20€ gefunden:
Den nächsten Tag bin ich der Küstenstraße nach Südosten Richtung Dubrovnik gefolgt. Bis auf ein kleines Teilstück ist sie frisch mit supergriffigem Asphalt neu geteert, man kann's richtig fliegen lassen. Noch dazu war ich spät genug im Jahr unterwegs um vom schlimmsten Reiseverkehr verschont zu bleiben, sprich ich hatte die Strecke fast für mich allein. Die vielen schönen kleinen Badebuchten habe ich leider mangels Gesellschaft ausgelassen.
An diesem Tag bin ich bis in ein Dorf ca. 20km vor Dubrovnik gekommen, nach 524km Kurvenrausch beschloss ich hier über Nacht zu bleiben, schliesslich musste ich auch eine Entscheidung treffen. Habe ein schönes kleines Hotel gefunden und mich bei einem Bier entschieden mir doch erst den Kosov anzuschauen. Mal sehen was an all den Warnungen dran ist, die ich bekommen habe: Bleib nirgends stehen, fahre nicht Nachts, bleib da nicht über Nacht, schau dass du in einem Rutsch durchkommst, hast ja einen großen Tank usw... Albanien könnte ich ja dann immernoch dranhängen. Also fuhr ich am nächsten Morgen noch die letzten Kilometer
bis Dubrovnik, habe sicherheitshalber nochmal vollgetankt und bin
dann auf kleinsten Stässchen nach Bosnien rein. Hier gabs dann
die erste "richtige" Grenzkontrolle mit Stempel im Reisepass,
Vorzeigen von Grüner Versicherungskarte, Fahrzeugpapieren und
einmal in jede Kiste schauen. Diese Zeremonie verfolgte mich auf
der weiteren Fahrt an jeder Grenze bis Griechenland, nur bei der
Einreise nach Kosovo wurde noch eins draufgesetzt. Mittagspause in Montenegro:
Traumstraßen für Adventure-Enduros in Montenegro (mit Ästen, Laub, Steinen, Schafen und ähnlichem muss ständig gerechnet werden):
Welcher Kontrollposten hier zu welchem Land gehörte habe ich
nicht wirklich verstanden, jedenfalls wurde ich auf den nächsten
paar Kilometern mehrfach kontrolliert, zwischendrin einmal von UN-Soldaten
mit Blauhelmen und Desinfektionsbecken mit brauner, fast achstiefer
Soße, durch
die alle Fahrzeuge inklusive meiner alten TA durch mussten. Dann
wurden wir im Computer erfasst und bekamen einen weissen Passierschein
der uns zum Transit des Kosovo berechtigte. Nach dem Grenzhäusschen
verfolgten mich erstmal zwei bellende Hunde, die ich auf der schlaglochübersäten
Straße erst nach einigen hundert Metern abschütteln konnte. Am nächsten Tag gings dann weiter zur Grenze nach Mazedonien. Auch hier im obligatorischen Grenzstau erlebte ich die Kosovaren wieder als sehr freundlich. Die Autofahrer in der Schlange haben mich aufgefordert nach vorne durchzufahren und nicht zu warten! Auch die Grenzkontrolle selbst war recht interessant. Eigentlich gelten die normalen KFZ- Versicherungen in Kriesengebieten nicht, desshalb muss man bei der Einreise eine Zusatzversicherung abschließen. Irgenwie habe ich das aber vergessen, und hatte daher die erforderlichen Papiere nicht. Jedenfalls ließ mich der Grenzer nach kurzer Diskussion in Händisch und Füssisch dann ohner weitere Dokumente, Stempel oder Gebühren nach Mazedonien ausreisen. In Mazedonien hielt ich mich dann erstmal westwärts Richtung Oridsee, obwohl ich meine Albanien-Pläne schon vorher fallen gelassen habe. Ich hatte keine Lust mehr auf allein sein und wollte daher nach Griechenland. Aber nicht auf der normalen Route Thessaloniki - Athen, sondern möglichst an der Westküste entlang um in Patras die neue Brücke über den Golf von Korint fahren zu können. Zwischen Kozani und Ioannia hab ich dann die ultimative Motorrad-Traumstecke entdeckt. Sie hat mein bissheriges persönliches Favorite, die Ardeche-Schlucht in Frankreich, abgelöst. Die Griechen haben hier mit den EU Geldern eine schöne neue Autobahn gebaut und die alte Stecke durch die Berge noch dazu saniert. D.h. super griffiger Asphalt und die ganzen Bremser, LKWs, Holländer und Wohnwagen sind auf der Autobahn. Fast 100km Kurven durch die Berge fast für mich allein! Ein Traum! Nach 647km Tagesetappe bin ich in Arta zur Abwechslung mal in einem Nobelhotel abgestiegen. Die nächsten 10 Tage in Berchen Ling dienten dann ganz der Erholung, Vormittags immer ein bissche was an der Stelle basteln, Tische zimmern oder so, am Nachmittag an den Strand fahren, Enduro-Touren, in die Berge gehen oder in der Höhle sitzen und meditieren. Nach ein paar Tagen kam dann auch endlich Mirja angeflogen :-)
Für den Rückweg haben sich drei weitere Motorräder eingefunden: Axel und Sophie auf einer BMW R1200 GS aus Wien, Karel und Marketta auf Suzuki V-Strom 650 aus Prag und Anita auf BMW F650GS aus München. Wir waren zwar auf zwei Fähren von Patras nach Ancona verteilt, haben uns aber im Hafen von Ancona getroffen um das nächste gemeinsame Ziel, einen Campingplatz in Lido degli Scacci bei Ravenna anzufahren. Die Tour ging über Urbino, San Marino und Rimini. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Sophie für die coolen Fotos:
Danach kochte die Hinterradbremse der großen GS... Auf dem Campingplatz hat sich für die Rückfahrt nach München nochmal eine neue Gruppe geformt: Klaus auf AfricaTwin, Ralf auf irgend so einer alten 500er Kawasaki (war verdammt schnell mit dem Teil!) und wieder Anita. Die Tour führte uns über den Passo Rolle und den Karerpass auf die Brennerautobahn zurück nach München. Kurz vor dem Brenner machte die TA dann noch unangenehm auf sich aufmerksam, indem sie einfach stehen blieb. Fühlte sich an wie Sprit leer, das Umschalten beider Reservehähne brachte aber keinen Erfolg. Erst bei der Demontage des Tanks stellte ich fest dass dieser wirklich leer war. Entweder hatte mir jemand die Benzinhähne verstellt oder ich habe das Rückstellen vergessen. Jedenfalls haben die italienischen Automaten-Tanken dazu geführt dass ich mich mit meinem Spritvorrat total verschätzt habe. Und das mit meinem Riesentank, peinlich peinlich.... Wir haben dann ein bisschen Sprit aus Ralfs Kawa in eine Flasche abgezapft und in die TA gekippt. Allerdings hat man mit einer U-Druck Pumpe ein Problem wenn die Schwimmerkammern erstmal leer sind. Vollpumpen nur mit Anlasser ist so gut wie unmöglich. Also hat mich Klaus mit der AT und einem Spanngurt so lange geschleppt bis die Alp wieder lief. Auf dem Passo Rolle:
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